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Mc Dreamy im Supermarkt

Es ist alles so furchtbar – er lieb mich nicht.
Ok, die Beziehung war von Anfang an schwierig, denn eigentlich war es gar keine richtige Beziehung. Eigentlich war es gar keine Beziehung. Genau genommen hat er mich noch nie wahrgenommen!

Alle begann vor ca. 3 Monaten – ich hatte ein Angebot bei einem Discounter gesehen, was ich mir nicht entgehen lassen konnte. Da solche Angebote meist schnell vergriffen sind, stelle ich mir tapfer meinen Wecker, putze mir schnell die Zähne, Brille auf und los. Punkt 7 Uhr stehe ich so mit als Erstes vor der Tür des Discounters, gemeinsam mit ein paar Rentnern. Rentner sind nicht gerade ungefährlich, wenn es um Schnäppchen geht. Während sie draußen noch die gebrechlichen Großeltern vortäuschen, mutieren sie im Supermarktinneren zu Bestien. Ehe man sich versieht rammen sie einem den Einkaufswagen in die Seite oder in die Beine, um als Erster am Ziel zu sein.

Ich betrete also den Laden und sehe – ihn! Den sexiest Discount Verkäufer alive, wie er gerade ein paar Konserven ins Regal einräumt. Noch nie zuvor habe ich jemanden so sexy Konserven einräumen sehen.

Ich vergesse beinahe den Grund warum ich hier bin, sammele mich kurz und umkreise ihn mehrmals, als mir bewusst wird, wie ich überhaupt aussehe: ungeduscht und ungekämmt, von Make up keine Spur und an den Füßen nur meine Birkenstock.
Schnell schiebe ich zur Kasse und verlasse den Laden – und eins ist klar: Ich brauche einen Plan.


Plan A – einige Tage später

Frisch gestylt mit tiefem Dekoltee und gut gelaunt betrete ich den Laden, um IHN für mich zu gewinnen. Beim reingehen sehe ich, dass er an der Kasse sitzt. Schnell wie ein Formel 1 Fahrer hechte ich durch die Gänge, packe alles Notwendige in den Wagen und stehe atemlos an seiner Kasse, als ich höre, wie er zu der Dame vor mir sagt „Gehen Sie bitte zu meinem Kollegen, ich schließe die Kasse jetzt“.
Na toll. Hechelnd stehe ich an Kasse 2, während Mr. Superlover Feierabend macht und geht. Große Klasse.


Plan B – 2 Wochen später

Ansprechen, ich muß ihn einfach ansprechen.
Ich sehe von hinten, wie jemand samt Konserven im Regal verschwindet – da ist er ja wieder.
Selbstbewusst gehe ich auf ihn zu, um eine wichtige Frage zu stellen „Entschuldigung, wo finde ich denn das Salz?“ säusele ich mit meinem charmantestem Lächeln, was mir allerdings sofort entgleitet, als sich der Knackarsch zu mir umgedreht hat – es ist nicht Mc Dreamy, sondern eine neue Aushilfe. Oh nein.
Ohne eine Antwort abzuwarten verlasse ich den Laden.



Ohne Plan – weitere 4 Wochen später

Er ist weg, einfach weg. Und er wird nicht wiederkommen, ich bin mir sicher. Wahrscheinlich ist er längst wieder in seinem Stammsupermarkt am anderen Ende der Stadt, ich bin untröstlich.
Ich gehe lustlos durch die Regale und lege an der Kasse meine Habseligkeiten aufs Band – Toilettenpapier und Babybrei.
Bevor ich es realisiere, ist es schon zu spät – ER sitzt an der Kasse und beginnt die Ware zu scannen.
Oh nein!!! Endlich bin ich quasi am Ziel meiner Träume, die Verlobung ist nur noch reine Formsache – da stehe ich mit einem ausgeleiertem Strickpulli vor ihm, um Klopapier und Babybrei zu kaufen!! Jetzt ist alles aus.


Plan C – die Öko-Strategie (weitere 5 Wochen später)

Vielleicht ist er Vegetarier, hab ich mir so überlegt.
Mit irgendwas muß ich ihn doch beeindrucken können.
Ich suche mir zuhause vegetarische Gerichte raus, damit auch der letzte Kunde im Laden begreift: „Ja, diese Frau ist heiratsfähig! Guckt nur, was sie für gesunde Sachen im Einkaufswagen hat.“
Mc Dreamy wird von der Kasse aufstehen, mich aus der Tür tragen und noch am selben Tag werde ich mit einem Blumenkohl als Brautstrauß vor dem Standesamt stehen. Es könnte alles so schön sein.

Ich kaufe fast die gesamte Obst- und Gemüseabteilung leer, dazu außergewöhnliche Gewürze, Sojamilch und Biodinkel.
An der Kasse lege ich alles sorgfältig aufs Band, als hinter mir ein älterer Herr mit einem altdeutschen Käsekuchen auftaucht.
Möglichst laut sage ich „Gehen Sie ruhig mal vor mit Ihrem Kuchen, ich hab Zeit“, damit ER merkt, dass ich nicht nur vegetarisch kochen kann, sondern auch noch unwahrscheinlich höflich gegenüber älteren Menschen bin.
Der Herr mit dem Käsekuchen schiebt sich an mir vorbei und dann bin ich endlich dran.

Faziniert schaue ich zu, wie Broccoli, Frühlingszwiebeln und Kartoffeln durch seine Hände gleiten, gefolgt von 2 Auberginen und frischen Champignons, die ich zwar überhaupt nicht mag, sich aber unheimlich gut in meinem Einkaufswagen machen.
„ 24,65 Euro bitte“
Und jetzt folgt die beste Idee, die ich jemals hatte: Ich bezahle mit EC Karte. So wird er meinen Namen lesen und die nächsten Tage damit verbringen durch die angrenzenden Straßen zu gehen und meinen Namen zu rufen....
Gerade als er meine Karte in seinen Händen hält, kommt sein Kollege um die Ecke, um etwas zu fragen und er guckt überhaupt nicht auf meine Karte!!! Wortlos lässt er mich unterschreiben und reagiert nicht mal auf mein „Einen schönen Tag noch“, was soviel heißen sollte wie „Ich erwarte Dich um 8 Uhr bei mir zu einem vegetarischen Gemüsegratin und einer Flasche Rotwein“.

Nix, nada, keine Reaktion.



So, mir reichts.
Ich habe Pläne ausgearbeitet, Lebensmittel gekauft, die ich gar nicht mag, Artikel extra gekauft, um sie umtauschen zu können und habe für ihn vegetarisch kochen gelernt.
Männer sind so undankbar. Wenn ich das nächste Mal hingehe sage ich ihm vor versammelter Mannschaft, dass Schluss ist.
25.11.07 14:10
 


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