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Sport ist ein Arschloch

Sommer 2008

Der Plan steht: Nächsten Sommer wird gepilgert und bis dahin muss einiges passieren.
Nicht nur, dass ich die Kondition eines Rentners habe, auch die eine oder andere Kleidernummer kleiner würde mir sehr gut stehen.

Bisher bestand mein Leben aus: Wohnung-Auto-Büro-Auto-Wohnung. Es muss sich etwas ändern!

 

September 2008

Ich bin umgezogen und zwar zu Trainingszwecken in den 4. Stock Altbau ohne Fahrstuhl. Zwischen der Haustür und meinem Sofa liegen 88 Stufen + Zwischenetagen.

Ich bin sowas von motiviert, alles wird sich ändern. Ich werde beschwingt und federleicht in den Frühling 2009 starten. Ab sofort wird nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren und sich im Stadtgebiet bewegt. Isch schwöre!

 

Oktober 2008

Bei Regen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren ist nicht wirklich schön, aber was solls. Wer schön sein will, muss leiden oder? Da machen doch ein paar nasse Haare nichts.

Die anerkennenden Worte der Kollegen "Oh, wieder mit dem Fahrrad hier ? Alle Achtung" sind Balsam genug für meine Seele. Mittlerweile brauche ich auch kein Sauerstoffgerät mehr, wenn ich vor meiner Wohnungstür angekommen bin.

 

November 2008

Maaaan, der Wind, der Regen, meine Haare: Ich könnte kotzen! Und wer hatte überhaupt diese BESCHISSENE Idee in den 4. Stock zu ziehen???

 

Dezember 2008

Scheiß Vorweihnachtszeit, bin nur noch am naschen. Aus lauter Frust melde ich mich im Fitnesstudio an und ahne nicht, dass das Elend erst beginnt.

 

Januar 2009

Die ersten Wochen habe ich mich nur aufs Fahrrad oder walkenderweise aufs Laufband getraut. Der Vorteil ist, dass man dabei so toll Fernsehen gucken kann, 10 Programme zur Auswahl. Super! Der Nachteil ist: Wenn man eine Stunde Fahrrad gefahren ist und dabei das "Perfekte Dinner" gesehen hat, hat man einfach nur noch eins: HUNGER!

Es nützt nichts, ich brauche Plan B: Mutig wage ich mich in einen dieser "Hoppelkurse" für Anfänger und das selbst eingeredete "Tschaka" bleibt mir im Halse stecken, als ich den Raum betrete: Was ist das hier? Ein Sportkurs oder eine Modenschau für Markensportartikel, präsentiert von Models aus der Region?

Tausend Blicke treffen mich - einige davon fast tödlich. Ja Herrgott, ich kann auch nichts dafür, wenn ihr keinen Spaß am Essen habt, Mädels.

Während ich noch überlege, ob ich den Raum einfach mit einem "Ich komme im Auftrag von Heidi Klum, aber ich sehe schon, hier ist nichts für uns dabei" verlasse, wird die Tür geschlossen und ein gutaussehender Mann Anfang 30 begrüsst mich mit den Worten "Ich bin hier der Sklaventreiber für die nächsten 60 Minuten und ich hoffe, ihr habt alle den Basic Step Kurs gemacht, ansonsten muss man schon SEHR viel Humor haben, um hier mithalten zu wollen".

Basic was? Wieso steht sowas nirgends? "Möchte irgendwer vielleicht doch den Kurs noch wechseln?" Hey, guckt er dabei etwa in MEINE Richtung? Frechheit. Wer sagt denn, dass man nicht auch mit ein paar Pfund mehr körperlich fit sein kann? Also ICH bleibe hier.

1 Stunde später sitze ich japsend in der Umkleidekabine, meine Beine zittern und es ist mir ein Rätsel, wie ich unter die Dusche oder noch schlimmer gleich zu Hause die 88 Stufen hochkommen soll.

Egal. Bald wird es kommen, wovon alle sprechen: Die Glücksgefühle nach dem Sport. Man fühlt sich frei, leicht, glücklich. Momentan bin ich einfach nur froh, dass mein Körper es mir erlaubt, wenigstens flach zu atmen.

 

März 2009

Der Sklaventreiber und ich sind mittlerweile Freunde geworden. Er schreit mich 1 Std lang an, bis ich nicht mehr aufrecht gehen kann und in die Dusche krieche. Zauberhaft. Ich mag diese Beziehungsebene mit ihm.

Ich bestehe nur noch aus Muskelkater, im Büro taste ich mich an der Wand lang, weil ich mir sicher bin, nicht mehr selbständig gehen zu können. Aber es ist alles super! Daumen hoch sag ich nur!

 

Mai 2009

Auf dem Laufband klappt es immer besser. Aus 20 Minuten walken sind 45 Minuten geworden. Neben mir positioniert sich eine Elfe, nicht, ohne mich vorher mit abwertenden Blicken zu bestrafen.Stör mich nicht - jeder, wie er kann, sag ich immer.

Nach nur 2 Minuten fängt sie an zu joggen..pfff. Stört mich gar nicht.

3 Minuten später - ich jogge auch. Schon mal auf nem Laufband gejoggt? Ich weiß gar nicht, was schlimmer ist: Der SChmerz in den Knien oder dass man sich konzentrieren muss, um nicht auf die Fresse zu fallen.

Nach wenigen Minuten bin ich mit meinen Kräften am Ende, die Elfe joggt immer noch auf Stufe 9. Durchhalten ist die Parole.

15 Minuten später: Wie lange joggen Elfen so im Schnitt? Ich habe verdammte Schnappatmung und meine Lunge ist glaube ich auch schon nach Hause gegangen, ich spüre sie nicht mehr. 

weitere 2,5 Sekunden später muss ich passen. Wer will schon einen flachen Arsch und Brüste wie Igelnasen? Kein Mensch. ICH geh duschen. Schlampe!

 

Juni 2009 

Ich bin mir jetzt sicher: Die angeblichen Glückshormone sind eine Erfindung der Sportindustrie. Man wird animiert Sport zu treiben, damit man sich gut fühlt. UNd was passiert??? NICHTS! Und weil um einen rum alle behaupten diese Glücksgefühle zu haben, sagt man nix und trainiert noch mehr.

Überlege ernsthaft den Pilgerurlaub gegen 2 Wochen All inklusive auf Mallorca zu tauschen.

 

Sport ist ein Arschloch. 

1.6.09 18:50
 


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